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22. September 2016 4 22 /09 /September /2016 17:07
SIR in Concert – “Statt Hollywood schaukeln” live

Berlin, 17.09.2016

„Statt Hollywood schaukeln“, das Abschlusskonzert der Sommertour zum gleichnamigen Album von SIR im „Grünen Salon“ am letzten Samstag, war zu Recht ausverkauft.

SIR, das ist die Schauspielerin Saskia Inken Ruther, die ihre Initialen als Label für ihr musikalisches Schaffen einsetzt, unterstützt von Ilka Posin (Cajon), Karl Neukauf (Flügel, Gitarre) und dem Saxophonisten Jens Fredrich.

Das Repertoire der Berlinerin besteht fast ausschließlich aus eigenen Stücken, ergänzt um das eine oder andere sehr interessante Cover. Dazu zählte eine berlinerische Version des Welthits „Something stupid“ von Frank und Nancy Sinatra, den später auch Robbie Williams sang. SIR schrieb den Berliner Text und nannte ihn „So wat Blödet“. Auch ihre Interpretation des Hits von Sir Mick Jaggers und Keith Richards „Some Girls“ mit dem von ihr verfassten deutschen Text „Manche Typen“ war ein Ohrenschmaus (gerade, oder obwohl der Text erst FSK 16 war). Als einzige englische Coverversion sang SIR „Why don't we do it in the road“ von den Beatles, geschrieben von Sir Paul McCartney.

Dass Themen der 60er Jahre auch heute noch relevant sind, zeigte Saskias Version des Songs „Im sechsten Stock“, gesungen im Original von Alexandra vor fast 50 Jahren. Schon damals waren zu hohe Mieten und Gentrifizierung Probleme, die die Menschen beschäftigten.

Mit ihren eigenen Songs braucht sich die bezaubernde Sängerin jedoch nicht verstecken. „Sinuskurve“ handelt von ihrem nicht ganz einfachen Verhältnis zur Mathematik und vom Auf und Ab in ihrem Leben. Dazu passte „Ich bin abgewrackt“, das von ihrem Zustand nach einer durchzechten Nacht erzählt. Dass SIR Berlinerin ist und ihre Stadt liebt, ist in der Hymne “Frühling in Berlin“ deutlich zu hören. Über eine vergangene Sehnsucht der Liebe erzählt das Lied „Trockeneis“. Richtig literarisch wurde es bei „Federwolken“; dieses Lied ist ein vertontes Gedicht von Erich Kästner.

Die Lieder von Saskia erinnern manchmal an Marlene Dietrich oder Hildegard Knef. Wenn sie aber im Berliner Dialekt singt, fällt dem Autor sofort Claire Waldoff ein.

Erwähnenswert sind auch die erstklassigen Musiker, die SIR unterstützen. Das wären Jens Fredrich am Saxophon und Karl Neukauf am Flügel. Dazu Ilka Posin, deren Cajonspiel wie dafür gemacht ist, solche Konzerte rhythmisch und doch sensibel zu begleiten.

Ein ruhiger, jedoch durchaus humorvoller Abend in einem tollen Ambiente war viel zu schnell zu Ende.

Autor: Hans Peter Sperber

Mehr Infos über SIR Saskia Rutner gibt es bei : www.sound-of-Sir.com

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Published by Sternstunden der deutschen Musik
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